Swatch Group - Fundamentale Fragen

Diskussionen rund um die Titel im SMI

Swatch Group - Fundamentale Fragen

Beitragvon nostradamus » So Mai 17, 2015 1:11 pm

Zunächst möchte ich auch von meiner Seite dem Organisator der aktien-community für die rasche und gute Realisierung dieses Börsen-Forums danken. Ich bin schon eine Weile angemeldet, hatte aber bisher keine Zeit mich aktiv einzubringen.
Nun zu Swatch:

Ich bin bei Swatch eingestiegen, nachdem der Titel von CHF 600 auf CHF 450 korrigiert hat und hab dann nach der Aufhebung der Euro-Untergrenze nochmals nachgekauft. Die Gründe waren folgende:
- historisch günstige Bewertung (P/E, EV/EBITDA)
- hohe stabile Margen
- keine Nettoverschuldung
- negatives Sentiment aufgrund der Apple Watch und wirtschaftlicher Abschwächung in China
- langfristige, zyklusunabhängige Strategie
- Überzeugung, dass Luxusgüter weiterhin eine hohe Nachfrage erfahren werden (Emerging Markets, Einkommensungleichheit)

Vor kurzem hab ich mir auf CapitalIQ die Finanzzahlen der letzten Jahre etwas genauer angeschaut und war regelrecht geschockt. Klar ich hätte mir diese Daten vor dem ersten Kauf genauer anschauen sollen, aber naja so läuft es manchmal. Was mir gar nicht gefiel war:
- seit Ende 2009 ist der Vorrat in der Bilanz von knapp 2.9Mrd auf gut 5.9Mrd angestiegen (+3Mrd)
- in der gleichen Zeit ist der Umsatz von 5.1Mrd (Tiefpunkt nach der Krise) auf 8.7Mrd gestiegen (+3.6Mrd)
- ein Blick auf die Cash-Flows bestätigt das Bild: laut CapIQ wurde in den letzten 4 Jahren kaum freier Cash Flow generiert
- auch die Bilanz bestätigt das Bild: seit 2009 ist der Nettocash zwar von 1.1Mrd auf 1.4Mrd gestiegen, aber bei Nettogewinnen zwischen 1-2Mrd pro Jahr und einer Dividende von ca. 300m im Schnitt pro Jahr über die letzten 5 Jahre hätte man schon mehr erwarten können
- um fair zu bleiben müssen auch die Akquisitionen (Harry Winston) berücksichtigt werden... da ging einiges an Cash weg
- Bei Richemont haben die Vorrate seit März 2010 zwar auch stark zugenommen, doch im Vergleich zum Umsatzanstieg von knapp 6Mrd Franken (Verdoppelung), lag der Anstieg der Vorräte bei weniger als der Hälfte des Umsatzanstiegs; als Folge haben sich Free Cash-Flow besser entwickelt. Die Netto Cash Position hat sich von 2.7Mrd auf 5.3Mrd erhöht.

Wäre Swatch eine Emerging Markets Bude, wäre mir jetzt Angst und Bange, da bei solchen Unternehmen eine massive Zunahme des Working Capitals (Debitoren, Vorräte) oft kommende Probleme, wenn nicht gar Ungereimtheiten ankünden. Am Ende zählt immer der Cash, der entweder durch Divis ausbezahlt wird oder sich in einem höheren (Net-)Cash Bestand niederschlägt.

Versteht mich nicht falsch, ich denke noch immer, dass Swatch ein solides Unternehmen ist, doch die oben genannten Entwicklungen gefallen mir nicht sonderlich und ich wäre an Meinungen von anderen Forums-Teilnehmern interessiert.

Grüsse Nostradamus
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Re: Swatch Group - Fundamentale Fragen

Beitragvon PizMedel » So Mai 17, 2015 11:21 pm

Zuerst mal hallo Nostradamus! Schön dich auch hier sehen/hören/lesen zu können.

Deine Anmerkungen zu den "Uhren" sind korrekt was den Free-Cashflow betrifft. Nun, ich würde sagen Cashflow ist was zählt und nicht unbedingt Free-Cash Flow. In den letzten Jahren hat die Firma massiv in eigene Läden investiert, was zu einer höheren Lagerhaltung führen musste. Das war geplant und gewollt. Daneben hat man Harry Winston gekauft, die eben auch Vorräte halten, man ist schliessliche eine Luxus-Bijouterie und nicht ein Produzent der seine Waren den Händlern ins Lager legt. Und zum Schluss hat man noch Fr. 400 Mio. für die Immobilie in ZH bezhalt.

On diese Investitionen in der Zukunft gute Renditen abwerfen, weiss ich nicht, aber dass diese Strategie hohe Investitionen erfordert, ist ebenso klar. Wenn sie aufgeht, dann ist die Marktstellung dafür umso unantastbarer. Ich bin der Meinung, dass es mindestens sehr viel Sinn macht, aber eben nicht auf 1-2 Jahre, aber auf 5-10 Jahre.

Die Aktie wird dafür momentan etwas abgestraft. In meinen Augen muss man solche Phasen an der Börse für Käufe nutzen, denn sie sind rar. Welche andere CH-Firma mit dieser Marktstellung, Mgmt und Bilanz handet zu solch tiefen Bewertungskennzahlen? Da kann sehr viel schief gehen, bis man damit aus heutiger Sicht kein Geld verdient. Ich wage die Prognose, dass wir in den nächsten 3 Jahren wieder Kurse >600 sehen werden. Das wäre dann ja nicht soooo schlecht.

Sin seveser
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Re: Swatch Group - Fundamentale Fragen

Beitragvon nostradamus » Do Mai 21, 2015 7:39 am

Besten Dank für deine Antwort!

Grüsse Nostradamus
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Re: Swatch Group - Fundamentale Fragen

Beitragvon Groppe » Fr Mai 22, 2015 9:17 am

Soeben UHR dazugekauft. Die heutige "Solidarhaft" mit Richemont kann ich nicht ganz nachvollziehen. Operativ lief es Richemont ja gut (mal vom April abgesehen..) und der Gewinn ging ja aus ganz anderen Gründen - finanztechnischer Natur - zurück. Das kann ja bei UHR ziemlich anders aussehen - auch wenn sie mit dem Eurosturz sicherlich auch Geld verloren haben...Und Preisanpassungen hat ja UHR bewusst viel weniger gemacht als Richemont. Mal schauen...
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Re: Swatch Group - Fundamentale Fragen

Beitragvon Groppe » Fr Mai 22, 2015 10:48 am

Groppe hat geschrieben:Soeben UHR dazugekauft. Die heutige "Solidarhaft" mit Richemont kann ich nicht ganz nachvollziehen. Operativ lief es Richemont ja gut (mal vom April abgesehen..) und der Gewinn ging ja aus ganz anderen Gründen - finanztechnischer Natur - zurück. Das kann ja bei UHR ziemlich anders aussehen - auch wenn sie mit dem Eurosturz sicherlich auch Geld verloren haben...Und Preisanpassungen hat ja UHR bewusst viel weniger gemacht als Richemont. Mal schauen...


Und wieder verkauft :-) - dieser Rückschlag war nun wirklich übertrieben gewesen....
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Re: Swatch Group - Fundamentale Fragen

Beitragvon click59 » Di Mai 26, 2015 9:42 am

Zürich (awp) - Die ZKB senkt das Rating für die Swatch-Inhaberaktien auf Untergewichten von Übergewichten und streicht die Valoren aus dem Portfolio Schweiz Standartwerte. Nach enttäuschenden Angaben des Konkurrenzunternehmens Richemont zur Umsatzentwicklung im April senke er seine Gewinnschätzungen auch für Swatch ab, so Analyst Patrik Schwendimann. Die jüngsten Zahlen würden zeigen, dass die erhoffte Erholung ausbleibe und dass sich das Umfeld vor einem Aufschwung eher noch einmal verschlechtern könnte.

Sein DCF-Modell zeige einen fairen Wert von 448,50 CHF je Aktie an, was aber kurzfristig aufgrund des sich verschlechternden Newsflow klar ausser Reichweite sein dürfte, so der Experte weiter. Mit einem KGV von 17,4 für 2015 seien die Titel eher teuer und würden mit einer Prämie von 10% zum historischen KGV gehandelt.
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Re: Swatch Group - Fundamentale Fragen

Beitragvon Groppe » Di Mai 26, 2015 10:26 am

Ja also das sieht jetzt technisch leider auch gar nicht mehr gut aus. Kommt für mich unerwartet, der erneute Verlust der 385...
Ob der jetzt tasächlich nochmals die 350 testet?
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Re: Swatch Group - Fundamentale Fragen

Beitragvon click59 » Di Mai 26, 2015 10:42 am

Groppe hat geschrieben:Ja also das sieht jetzt technisch leider auch gar nicht mehr gut aus. Kommt für mich unerwartet, der erneute Verlust der 385...
Ob der jetzt tasächlich nochmals die 350 testet?


Das ist so. 385 sollten wirklich halten hier! Ansonsten wird der Trade wohl ein Investment, den verkaufen auf diesem Niveau werde ich nicht!
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Uhrenexporte sehen sehr schwach aus...

Beitragvon nostradamus » Do Jun 18, 2015 9:30 am

Biel/Bern (awp) - Die Uhrenexporte sind im Monat Mai 2015 stark zurückgegangen und liegen nun nach fünf Monaten - zumindest nominal - nicht mehr in der Pluszone. Wiederum haben die Ausfuhren nach Hongkong und China stark nachgegeben, während Italien oder Grossbritannien Wachstum verzeichneten. Im Mai gilt es jedoch zu beachten, dass der Monate in diesem Jahr zwei Arbeitstage weniger als der Mai im Vorjahr zählte.
Die Schweizer Uhrenexporte sind im Berichtsmonat nominal um 8,9% auf 1,71 Mrd CHF gesunken, real ergibt sich gegenüber dem Vorjahr ein Minus von 5,0%, wie den am Donnerstag veröffentlichten Zahlen der Eidgenössischen Zollverwaltung (EZV) und des Uhrenverbands (FH) zu entnehmen ist. Der Rückgang entspreche mathematisch "präzise" dem, was den zwei fehlenden Arbeitstagen zugeschrieben werden könne, so der Uhrenverband. Auch sei die Entwicklung im wichtigsten Absatzmarkt Hongkong ausschlaggebend gewesen.
Zuletzt wurde für den Monat April 2015 nominal ein kleines Minus von 0,8% gemeldet. Im März waren die Uhrenexporte, nach einem zunächst verhaltenen Start in das neue Jahr, mit nominal 6,3% stark gewachsen. Kumuliert sind die Exportdaten nach fünf Monaten für die Schweizer Uhrenindustrie nominal mit -0,3% leicht auf 8,65 Mrd CHF gesunken. Real ergibt sich noch ein Plus von 1,8%.
Gemessen an der Anzahl exportierter Stück nahmen die Exporte von Armbanduhren im Mai um 6,2% auf 2,1 Mio ab. Am deutlichsten zeigten sich die Verluste bei Golduhren (-17% auf 39'200 Stück). Stahluhren wurden 12% weniger oder 1,09 Mio ausgeliefert demgegenüber nahmen die Exporte von Gold-Stahluhren um leichte 0,3% auf 99'700 zu. Allerdings verzeichneten Letztere im Wert einen Rückgang von 9,5% auf 253 Mio USD.
HONGKONG UNTER DRUCK
Aufgeteilt nach Absatzländer fällt erneut die schwache Entwicklung in Hongkong auf. Die Ausfuhren in diesen Markt nahmen im Mai um knapp 34% auf 227 Mio USD ab. Dies sei der vierte deutliche Rückgang in Folge, was das schwierige Umfeld für den lokalen Verkauf in Hongkong unterstreiche, schreibt der Uhrenverband. Aber auch weitere wichtige Märkte wie China (-9,0% auf 106 Mio) oder die USA (-14% auf 176 Mio). Langfristig bleibe das Geschäftsumfeld für Uhrenhersteller in den USA jedoch robust.
Wohl im Zusammenhang mit der Expo in Mailand wuchsen die Uhrenexporte nach Italien um 4,5% auf 130 Mio USD. Gar ein Plus von 15% auf 91 Mio wurde für Grossbritannien registriert.
Uhren mit Exportpreisen von 3'000 CHF und mehr erlitten einen wertmässigen Rückgang von 8,5%, die Stückzahl sank gar um 14%. Im Preissegment von 500 bis 3'000 CHF gingen die Exporte um je 11% und bei günstigeren Uhren im Wert um 10% und in Stück um 4% zurück.
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Re: Swatch Group - Fundamentale Fragen

Beitragvon click59 » Mi Jul 08, 2015 9:52 am

So die 350 sind in Reichweite, habe zugekauft. UHR scheint abermals überproportional wegen der Situation in China abgestraft zu werden.

Was macht ihr sonst? Ein Dax Kauf reizt mich auch...die Griechen werden wohl etwas präsentieren, was den Eurogruppen Heinis gefällt.

Dann sollte es wieder raufgehen.
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