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Re: SMI

Beitragvon Dilbert » Fr Okt 18, 2019 1:02 pm

...gut möglich, dass Du damit richtig liegst.

Als unverbesserlicher Optimist - und kurz vor dem Herzinfarkt auf Grund völlig ideologisch einseitiger Medienberichterstattung - will ich aber eigentlich was anderes Glauben: Vielleicht ist es einfach so, dass die Anlegerschaft einen Brexit ohne Vertrag nicht als Ende der Welt betrachten - im Gegensatz zu 99% der Medienberichterstattung?

Einhellige und völlig indiskutable Medienmeinung ist ja: Wenn Brexit ohne Vertrag = alternativloser Untergang von GB, Hungersnot, Bürgerkrieg, Inselversenkung, aus - amen. Ohne EU - kein Leben.

Nun - ich kenne durchaus ein paar Menschen, die das etwas anders sehen: Gesprengte Ketten lassen neue, bessere, aktivere, individuellere Lösungen zu - "Deals" im Sinne geben und nehmen. Vielleicht nach einer Durststrecke, klar.

Wie gesagt: ich will glauben, dass Anleger die "helleren" (oder sagen wir: realistischeren) Köpfe sind... aber irgendwie glaub ich das ja selber nicht ;-)

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Re: SMI

Beitragvon Leser » Sa Okt 19, 2019 8:57 am

Hallo Dilbert - Deine Ansichten sind auch nicht ohne, die ich auch schon in Betracht gezogen habe. Wenn ich mir die Kursverläufe betrachte, dann könnte es auch weiter nach oben gehen, bevor es dann Richtung Süden abdriftet. Was ich nicht unterschätzen will, ist die Tatsache, dass die Notenbanken wieder ihre Schleussen öffnen. Ich möchte auch nicht gegen sie wetten, da verliert man in der Regel nur. Also, sollte es in den nächsten Tagen keinen markanten Abschlag geben, verwerfe ich vorläufig meine Meinung bzgl. den Kursen Richtung Süden. ;) Als Beispiel nehme ich mal Boeing und J&J, die praktisch alleine für die Verluste im DOW verantwortlich waren. Diese Firmen haben interne Probleme, die mit dem Gesamtmarkt nicht viel zu tun haben. So gesehen hält sich der Gesamtmarkt wirklich gut, das muss ich anerkennen.
Die Kraft, die von etwas Neuem ausgeht, will ich auch nicht unterschätzen, weshalb ich mich nicht ausschliesslich an das Szenario Richtung Süden anketten will. Wie geschrieben, sollte es nicht runter kommen, bin ich offen für Richtung Norden. :)
Was ich mit Sicherheit weiss, ist, dass es diesmal gegen Ende Jahr nicht mehr so fallen wird wie letztes Jahr. Die Umstände haben sich komplett verändert. Letztes Jahr sprach die Fed noch weiteren Zinserhöhungen und Bilanzabbau usw. Diesmal ist gerade das Gegenteil, was die Aktienmärkte eher stützen wird. Ich glaube sogar, dass es zu einem kräftigen Jahresendrally kommen wird, ob mit einem vorherigen Absturz oder nicht. ;)
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Re: SMI

Beitragvon kosh » Di Okt 22, 2019 9:47 am

1) Lieber ein Schrecken ohne Ende als ein Ende mit Schrecken. Dafür haben sich die ZBs vor vielen Jahren entschieden. Mit jedem Jahr das ins Land streicht wäre aber ein Ende mit Schrecken grösser. Der Point of no Return ist längst überschritten. Wenn die ZBs überhaupt noch etwas Kontrolle behalten wollen / sollen, sind sie dazu verdammt weiter zu MACH(T)en. Ein US-Zinserhöhung wurde versucht, es hat nicht geklappt.

2) Dazu kommt die Lage der Kommunen: Bei welchem Zinssatz stünden wieviel Prozent aller öffentlichen Haushalte vor dem Konkurs? Die haben keine Gemeinde-ZB, keinen Lender of Last Resort ausser ihren Steuerzahlern. Also ist auch die Politik gezwungen, weiter zu MACH(T)en.

3) Die Wirtschaft: Gleichzeitig einen HandelsKRIEG führen UND Haushalte sanieren dürfte zu einem inneren Widerspruch führen. Wenn überhaupt und falls möglich wird erst hinterher saniert.

4) Auf die Menschheit warten Billioneninvestitionen, die von rotgrün eingefärbten Wählern zunehmend gefordert werden. Woher das Geld nehmen wenn nicht stehlen - KRIEGen? Man hat es versucht, ist aber auch damit gescheitert. China hat seinen Weg unbeirrt weiter geMACHT. Also bleibt nur der Weg über immense Inflationsversuche, um die Schulden in einer Art sanften Landung in den Griff zu bekommen.

5) Jedes Hüstchen an den US-Leitbörsen löst schon beinahe eine Hysterie aus. Was würde erst passieren, wenn die ZBs die Zügel schleifen liessen und ausgewachsene Kollateralschäden in Kauf nähmen?

Es ist zwar auch für mich schwer, aber das ist es was ich seit Jahren immer wieder von Neuem erkennen muss, während ich zwischendurch wieder zuviel Medien konsumiere und mich von sogenannten Experten beeindrucken lasse.

Grüsse
kosh
PS: Man tut was man kann und man kann was man tut.
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Re: SMI

Beitragvon Dilbert » Di Okt 22, 2019 4:25 pm

Wie wahr, wie wahr!
Wunderschön auf den Punkt gebracht: Die Sache mit den Experten :lol:

zu Punkt 4: Eine sanfte Schulden-Erosion resp. Finanz-Landung via Infla... das ist ja weit verbreitete Expertenmeinung. Nur - ich kanns nur diametral anders sehen: In einer sehr sozialen Volkswirtschaft steigen die Kosten bei einer Infla von 2% - weit mehr als 2% - und erodieren damit den wirtschaftlichen Boden der Zukunft - verwedeln aber erfolgreich langjährige Unfähigkeit. Infla ist viel verreckter als jeder Schuldenschnitt!

Ein Themensprung in die Politik der CH - und irgendwie bleiben wir doch beim "Experten" und "Inflation". (es geht mir nicht darum jemandem im Folgenden auf die Füsse zu stehen...ich versuche nur aufzuzeigen, wohin die Reise dank unserer "Experten" geht - man darf das natürlich auch gut finden oder anders sehen ;-) )
Vor den Wahlen: Ein Vaterschaftsurlaub von 2 Wochen wird fröhlich beschlossen - obwohl alle wüssten, dass die regulären Sozialwerke keineswegs gesichert sind... und uns soziale Kosten erwachsen ohne Ende in Folge des aktuellen Zinsgefüges. Das war die Leistung der sog. Mitte-Rechts-Mehrheit in Bern. (Ohjemine, diese Medien!)

Dann kamen vorgestern die Wahlen und wir haben unsere Politiker, alias Volksvertreter, alias "Problemlösungs-Experten" gewählt. Wenn ich heute mal zusammenrechne: 16.8% SP, 13.2% GPS, 7.8% GLP, 11.4% CVP und noch soundsoviel "andere" - dann stelle ich fest: In Bern gibt es nun eine Mehrheit. Eine Mehrheit die weiss, dass für zusätzlichen Sozialausbau und Grüne-Politik genug Geld vorhanden ist - man es ja nur abzuschöpfen oder einzukassieren braucht.
Wir könnten es auch einfach als Inflation betrachten - als irgendwas, das unproduktiv wegbricht.


Gruss
Dilbert
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Re: SMI

Beitragvon kosh » Mi Okt 23, 2019 11:13 am

"Man" wünscht sich nicht nur rote sondern auch grüne Bonds, aber grüne Schulden sind auch rote Zahlen
Im kommenden Jahr will Deutschland erstmals eine «grüne Staatsanleihe» begeben. Es soll also Geld am Kapitalmarkt aufgenommen werden, um ausschliesslich klima- und umweltfreundliche Projekte zu finanzieren. Das liegt voll im Trend und bringt einem viel Zuspruch ein.

Das Tolle an den neuroten Bewegungen ist eben, dass nicht nur soziale PRojekte angestossen werden sollen, die viel Geld kosten, sondern auch grüne und das bei einem immer augePRägteren Willen, den Kapitalismus zu vernichten. "Man" will eben den Fünfer und das Weggli und wenn Hänschen das nicht als Kind gelernt hat, lernt Hans das eben auf die harte Tour - im Markt.

Zwar stellt jeder hundskommue Kochtopf Kapital dar, aber den damit verbundenen Kapitalismus will man ernsthaft überwinden. Bis zu einem gewissen Grad kann man ihn zurückbinden, aber man wird ihn nie überwinden können, wenn z.B. jeder Kochtopf von jedermann auf Onlineplattformen für den vom Markt bestimmten kapitalistischen Restwert verkauft werden dürfen soll, die marktwirtschaftliche Preisbestimmung aber ausser Kraft gesetzt werden soll. Das ist wie wenn man den Sonnenaufgang per Gesetz verbieten wollte.

Nun werden die Grünen, insbesondere die nicht liberalen, aufgrund eines ausgeprägt roten Gedankenguts nicht ohne Grund auch als grüne Khmer bezeichnet. Einerseits soll zwar mit Hochtechnologie die Rettung des Planeten durchgepeitscht werden, sie meinen damit aber weder die Natur noch die Kugel auf der wir leben, sondern aufgrund demokratischer WahlPRozedere lediglich sich / uns selbst, den Homo sapiens. Den gilt es zu retten vor einem MASSEnaussterben, wenn nötig durch eine MASSEnpanik, wie unsere Klimananny gewünscht hat. Panik, was ausdrücklich bei MASSEnveranstaltungen tunlichst vermieden wird weil's tödlich endet, das wünscht sich die Grüne Greta für die Menschheit, ergo Tote.

Nicht zu vergessen, dass dies notfalls auf dem Verordnungsweg grüner Klimaversteher geschehen soll, sprich grünelitärer Tyrannis.

Dieser Notfall ist dazu angedacht hysterische Wähler anzuspornen, in reihenweise überschuldeten Situationen Institutioneller wie PRivater noch mehr vom Gleichen zu fordern, weil viel hilft bekanntlich viel. Darum geht es ja, noch mehr Forderungen - Schulden - in Umlauf zu bringen, die auf unsere Nachkommen umverteilt werden, damit es ihnen dereinst besser geht. Diese "Logik" verstehe wer will..

Nicht dass ich den restlichen Parteien nicht auch was zu sagen hätte, insbesondere der FDP, die über Jahrzehnte den Eindruck stehen liess, nur ein Atomfranken sei ein guter Franken und alles Grün- ist Teufelszeug. Echte Wirtschaftsparteien sehen Chancen in neuen Technologien und keine Bedrohungen ihrer Pfründen. Drum war die FDP für mich auch nie wählbar.

Die Grünen sind's nun allerdings auch nicht und die Grünliberalen waren auch schon liberaler. Darunter verstehe ich einen vernünftigen Mittelweg, nicht einen Linksrutsch um des Rutsches Willen. Eine unter Volldampf laufende Weltwirtschaft lässt sich nicht von heute auf morgen umkrempeln, v.a. wenn Zielkonflikte sich gegenseitig das Leben schwer MACH(T)en wenn nicht sogar ausschliessen. Eigentlich stimmt stimmt das nicht: Je grösser die Kollateralschäden, die man in Kauf nicht, desto mehr lässt sich umkrempeln. Ich bezweifle aber, dass man einen grossen Einfluss auf die Richtung hat.

Nun also Grüne Bonds, weil Vater Staat schon immer mehr schlecht als recht in den Markt eingegriffen hat. Aber eben, die FDP hatte dazu wenig bis nichts beigetragen und zu allem Übel während der Subprimekrise selbst in den Markt eingegriffen. Sie war damit nicht allein auf weiter Flur, ringsum verlangten Unternehmer plötzlich nach dem Gift, das sie bei Schönwetter so sehr verabscheuen.

Ist halt so, aber allen Parteien wäre auszurichten, dass der Markt sich nicht darum schert, mit welchem Farbstift man die Worte schreibt, denn egal ob schwarze, braune, blaue, gelbe, grüne oder rote Schulden, es führt immer zu roten Zahlen.

Grüsse
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Re: SMI

Beitragvon Dilbert » Do Okt 24, 2019 9:58 am

kosh hat geschrieben:"... allen Parteien wäre auszurichten, dass der Markt sich nicht darum schert, mit welchem Farbstift man die Worte schreibt, denn egal ob schwarze, braune, blaue, gelbe, grüne oder rote Schulden, es führt immer zu roten Zahlen."


Dem wäre nichts beizufügen... wären da nicht die jüngsten parlamentarischen Leistungen (bisher ja als "Mitte-Rechts-Mehrheit" betitelt) und die Wahlen vor ein paar Tagen gewesen, die im Kern ja einen Grün-Links-Rutsch brachten.

Ich fürchte bez. der CH wird in Bälde dies aufgegleist:

"MitteLinksGrün" wird neue Leistungen im Sozial-/Umweltbereich erfinden. Und das Kraftvollste, das unsere "Mitte-Rechts-Politiker" zustandebringen werden? Es wird NICHT die Verhinderung des Ausbaus sein (siehe Debatte der alten Mitte-Rechts-Mehrheit zu Vaterschaftsurlaub, das Grünlackieren der FDP) - nein, es wird die "Finanzordnung" sein: Was an neuen Sozial-/Umweltausgaben beschlossen wird - soll auch JETZT finanziert werden, um nicht spätere Generationen zusätzlich zu belasten. Resultat: WinWin für Politiker jeder Couleur. (was natürlich völliger Bullshit ist - weil jede Konfiskation und Umverteilung Produktivität raubt, für die aber niemand wird geradestehen müssen.

Was also wird kommen?
=> Die Lösung wird sein - im Namen der Umwelt und Gemeinschaft - Geld abzuschöpfen, wo es "vorhanden" ist. Es soll keine "Armen" treffen.
Ich erwarte phantasievolle Abschöpfmechanismen - im Bereich Gebühren und Steuern:
Wie wärs mit einer Handänderungssteuer für PKW? Eine progressive Luxussteuer auf PKW Neuwagenpreise? Besteuerung von "unterbesetztem Wohneigentum" (also z.B. 2 Leute im 6 Zimmer EFH). Baulandhorter zahlen eine "Ausfall-Steuer" (hejo, es könnten ja Wohnungen und damit Steuervolumina auf dem Land generiert werden!). Erbschaftssteuer?

Es gibt Dinge, die werden einfach durchflutschen - weil es nur "amoralisch" hohe Vermögen/Einkommen/Vorhaben trifft.
((( Völlig falsch natürlich - aber zeitgeistig. Und funktionieren wird es, weil dann auch FDP-Leute mediale Schulterklopfer für ihr Grün-Soziales Engagement erhalten (und ihre propere und strenge Finanzdisziplin!) ... heissa - da werden urplötzlich Dinge möglich, die wir von einer FDP nicht hätten erwarten müssen. Widerstand wird nur noch von SVP-Seite kommen - aber die fristen (medial!) ein Ewiggestriges Neinsager-Image, die sich sämtlichem Fortschritt entgegenstellen und den politischen parlamentarischen Betrieb blockieren. )))

Zirkelschluss: Ich glaube, die Politik wird sich jede Mühe geben "rote Zahlen" zu vermeiden, Kosten zu vernebeln und Side-Effekts gar nicht erst zu erwähnen - auch wenn das natürlich alles finanziell betrachtet: Bullshit ist. Oder sagen wir: unehrlich/opportunistisch.

Kleiner Nachtrag: Wir haben dieses System ja bereits perfekt in Betrieb: Verschuldungsbremse. Hauptsache gemittelte Null - aber auf welchen Niveaus?! Spricht irgendjemand (ausser die Weltwoche und gelegentlich die NZZ) von "explodierenden" Kosten in gewissen Bereichen, z.B. Sozialkosten? Von konfiskatorischen Grössenordnungen (Steuern, Gebühren etc.) die unterdessen durchaus mit Germany vergleichbar sind?

Gruss
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Re: SMI

Beitragvon kosh » Do Okt 24, 2019 12:55 pm

- Es gibt Dinge, die werden einfach durchflutschen - weil es nur "amoralisch" hohe Vermögen/Einkommen/Vorhaben trifft.

Kein Problem, solange Vermögende sich das gefallen lassen. Sollten sie andererseits a) zunächst in billigere Gemeinden / Kantone umziehen und b) wenn der Steuerwettbewerb eingeschränkt wird, ins attraktivere Asien umziehen, wovon ich ansatzweise ausgehe, können sie das via Twitter pompös kommentieren, oder sich still und leise einfach aus dem Staub machen. An den Fakten wird das nichts ändern.
- Spricht irgendjemand (ausser die Weltwoche und gelegentlich die NZZ) von "explodierenden" Kosten in gewissen Bereichen, z.B. Sozialkosten?

Irgendjemand wird davon sprechen, denn wie gesagt, alle Schulden sind rote Zahlen. Und wenn es nur die Neinsagerpartei ist, die mit immerhin noch 25% aller Sitze im Nationalrat die stärkste Partei ist. Alle andere Parteien werden zwar die SVP blossstellen können, aber die Haushaltsbilanzen bleiben dennoch rot. Die Marktphysik kennt keine Parteinahmen.
Sehen wir's mal so: Es kommen spannende Zeiten auf uns zu, insbesondere spannend zu erleben, wie linksgrün und die damit angehauchten damit umgehen, wenn das Steuersubstrat erodiert.
Aber braucht es das, um die Bürgerlichen aus ihrem Dornröschenschlaf zu wecken, um wieder mit einer echten Wirtschaftspolitik zu trumpfen, statt sich auf ihren Pfründen auszuruhen. Konservativ ist ok, solange es funktioniert. Aber es wird nicht mehr lange funktionieren, weder links noch rechts, Disruption ist angesagt:
Eine Revolution errichtet eine neue Ordnung auf alten Fundamenten. Die Disruption stellt eine neue Ordnung auf neue Fundamente.

Schulden werden allerdings kein neues Fundament bilden, soviel sei gesagt. Die werden uns verfolgen wie ein Naturgesetz. Für die linksgrüne Selbstverliebtheit vielleicht noch folgende Einschätzung:
Und was tun wir Europäer? Wenn Google, Apple, Facebook und Amazon – kurz Gafa – uns überrollen, jammern wir ein bisschen und konsumieren weiter. Europäische Lethargie! Wir betrauern das Ende der alten reihenhausbeheizten Gemütlichkeit – US-beschützt, nutellaversüsst – und bocken vor der Gegenwart. Wir erklären Trump zum «Trampel» und sonnen uns in unserer gefühlten moralischen Überlegenheit. Das hilft uns zu verdrängen, dass wir den Anschluss an die Ereignisse verloren haben, die Pacemaker wie Silicon Valley, China und Trump vorgeben.

Genau besehen verhält sich ganz Europa so wie die Sozialdemokratie. Wir moralisieren, statt zu handeln, und hängen nostalgisch an der Vergangenheit. Ironischerweise sind wir uns dabei anscheinend selbst unsympathisch: Die Sozialdemokraten sind schwach wie nie.

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