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Diskussionen rund um die Titel im SMI

Re: SMI

Beitragvon Leser » Mi Mär 25, 2020 8:13 pm

@kosh - Ich weiss, was du meinst mit 'DIE Shorties' gibt es nicht, dennoch gibt es viele, die jahrelang auf dieses Ereignis gewartet haben und sich jetzt an diesen Bewegungen ergötzen. Ich persönlich kenne zwei Typen, die mir seit 2009 die Ohren zugequatscht haben, dass der Anstieg seither nicht gerechtfertigt war und jedes Mal, wenn es ein bisschen runter kam, gesagt haben, jetzt geht's los und endlich ist so weit. Am Anfang habe ich es auch so gesehen, bis ich dann erkannt habe, dass eben viel zu viel billiges Geld dank den QEs in die Märkte fliesst. DIE Shorties konnten und wollten das einfach nicht wahrhaben. Jetzt haben sie einen Reibach gemacht, aber das ist nur der Ausgleich der Verluste, die sie all die Jahre zuvor erlitten haben.

Und ich habe denen gesagt, passt auf, seit spätestens Montag hat sich die Lage wieder komplett zu Gunsten der Aktienmärkte gedreht, weil alle NBs und Regierungen 'all in' fahren. Das hat jetzt noch nicht Mal angefangen, die Massen an billigem Geld wird noch folgen.

Also, ich bleibe dabei, der Grossteil der Shortseite wird am Ende wieder mehr Verluste einfahren, als sie jetzt an Gewinnen eingefahren haben. ;)
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Re: SMI

Beitragvon kosh » Mi Mär 25, 2020 8:16 pm

@Dilbert
Oder wird die Geldproduktion gar das Vertrauen in den Staat (resp. das Fiatmoney) noch weiter stärken... dass also an der breiten Preisfront wieder nix passiert?

Die Wetten sind eröffnet -> Corona-Treuhand-Anstalt als Auftakt zum Sozialismus. Schon Platon favorisierte den weisen Tyrannen. Aber: Es ist nur eine Wette. Jeder Staat oder jede Staatengemeinschaft steht in Konkurrenz zu den anderen und könnte der Vorläufer sein, oder die Wiederholung, dessen was da kommt. Der König ist tot, es lebe der König.
Wie kann es gelingen, die Zinsen zu nullen und die Geldkanone abzufeuern und die Ursachen für allen Mist im Kern einfach weiter laufen zu lassen... und das Vertrauen stimmt. Die Preise sind stabil.

Das reicht i.d.R., v.a. im Krisenfall und solange das Portemonnaie noch was hergibt. Aber Die Arbeitslosigkeit in Norwegen hat sich wegen der Coronakrise binnen kurzer Zeit fast verfünffacht. Die Arbeitslosenquote kletterte im März auf 10,9 Prozent, teilten die zuständigen Behörden mit.
Ok, Norweger haben ihren Staatsfonds - spare in der Zeit, dann hast du in der Not - aber auch der dürfte in letzter Zeit gelitten haben. Ich habe gelesen, dass er m 200 Milliarden leichter aus der Krise gehen dürfte, sofern diese Krise in absehbarer Zeit vorbei geht.
Was also kommt nun?

Die Frage ist so alt wie die Menschheit und Timing ist noch immer eine verdammt schwierige Disziplin. Wahrscheinlich braucht man Talent, oder viel Erfahrung, am besten beides und nicht zuletzt Agilität. Ich weiss zwar nicht wann, aber eines Tages wird die Marktphysik ihr Werk verrichten.
Grüsse
kosh
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Re: SMI

Beitragvon kosh » Mi Mär 25, 2020 8:37 pm

@Leser
Ich persönlich kenne zwei Typen, die mir seit 2009 die Ohren zugequatscht haben, dass ...

Ich kenne zwar keinen persönlich, weil mir die schriftliche Debatte genügt, aber ich lese aus Interesse gern Verschwörungstheoretiker, weil gute Leute immer auch VerschörungsPRaxis behandeln, aber keine eigenen Kanäle betreiben. Und dazu kann ich Dir sagen, dass ich für meine Begriffe eine stattliche Lernkurve gekratzt habe. Das Muster ist immer das Gleiche: Bist du lernresistent, bleibst du auf deinem Wissen sitzen, und sei es noch so umfangreich, du kommst einfach nicht weiter. Eben dieses Muster hast Du bei Deinen Bekannten erkannt. Das Rezept dagegen sind simple Erfahrungwerte von denen, die wahrscheinlich einst selbst daran gescheitert sind: When the facts change, I change my opinion, what do you do, Sir? Das habe ich zwar schon vorher beherzigt, aber in dieser Würze erst in diesem Forum gelernt. Es gibt zahlreiche Varianten für dieses Muster, z.B.: Das Gute ist der Feind des Besseren -> short mag gut sein, aber wenn long besser ist, machst du Verluste. Oder ganz einfach: Never fight the FED, denn die hat Pulver ohne Ende bis zum Ende.
... ich bleibe dabei, der Grossteil der Shortseite wird am Ende wieder mehr Verluste einfahren ...

Ist eigentlich auch egal, Börse ist, um niemanden vor den Kopf zu stossen, eine Umverteilung von den Guten zu den Besseren. Nicht dagegen spricht, dass ein und derselbe mit seinen Shorts weniger Gewinne MACHT als mit seinen Longpositionen. Das müsste schon rein mathematisch gegeben sein, weil Börsen LONGfristig immer steigen.
Grüsse
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Re: SMI

Beitragvon Leser » Mi Mär 25, 2020 8:46 pm

@kosh

Ja, ich lese sie auch, diese Verschwörungstheorien, weil sie mich zum Denken und Hinterfragen anregen. Und wie du festgestellt hast, habe ich mein Handeln schon mehrfach geändert, weil Sturheit in der Regel den Horizont nicht erweitert, somit auch keine Lernkurve nach oben zeichnet.

LONGfristig - gefällt mir. :)

@Dilbert

Nun, da es bisher praktisch keine Inflation gegeben hatte, war dem Umstand geschuldet, dass das Geld bis heute nicht nach unten verteilt wurde. Die Löhne sind mehrheitlich kaum gestiegen, im Gegenteil, dank z.B. der PFZ und Globalisierung war die Auswahl an immer billigeren Arbeitern im riesigen Arbeiterpool so gross, dass die Löhne sogar laufend fallen konnten. Tja, und wo es keine Lohnsteigerungen gibt, kann auch die Nachfrage bei den meisten Gütern nicht zu höheren Preisen führen. Deshalb wurde auch in den letzten 30 Jahren bei vielen Gütern Finanzierungsmodelle eingeführt, die man zuvor nicht für mögliche gehalten hätte. Man stelle sich vor, für irgendein Elektronik-Produkt mit einem Kaufpreis von 300.- Franken, kann man ein Abzahlungsvertrag über 12 Monate abschliessen. Und das hat dann paradoxerweise dann die Nachfrage kräftig steigen lassen, obwohl dies nach klassischer VWL kaum möglich wäre. Nach der klassischen Volkwirtsschaftlehre hätte eine erhöhte Nachfrage in der Regel zu steigenden Preise geführt.
Aber das passierte aus den beschriebenen Gründen nicht.

Jetzt könnte es so sein, dass das Geld tatsächlich bis nach unten ankommen könnte, zumindest ein grosser Teil davon. Das könnte dann wiederum die Nachfrage steigern und diesmal könnten auch die Preise steigen. Das dürfte dann die Inflation antreiben.

Und weil praktisch die ganze Welt jetzt billiges Geld generiert, dürften sich die Währungskurse kaum ändern, aber überall dürften die Assets in den Preisen steigen. Wie kosh schon geschrieben hat, heisst das nicht, dass die Qualität des Geldes dadurch steigen würde. Auch hier sehe ich es so, dass einfach die Kaufkraft in allen Währungen massiv fallen wird, was nichts anderes heisst, dass nicht nur die Preise steigen, sondern die Kurse der Aktien als Beispiel auch massiv steigen werden, ohne eine wirkliche Aufwertung zu haben.

Als Beispiel nehme ich Mal Apple, das über eine Billion Dollar wert sein soll. Ist das verrückt teuer? Sicher, aber im Vergleich zur fallenden Kaufkraft könnte sie vielleicht später auch als günstig angesehen werden. Aber das werden wir erst in der Zukunft wissen, ob sie heute teuer oder günstig gewesen wäre.
Oder ich nehme wieder die UBS als Beispiel. Heute ist sie 9.- Franken wert. Sollte sie wieder in ein paar Tagen über 10.- stehen und, man stelle sich vor, sie würde auch noch schnell auf 20.- steigen, dann wäre sie vielleicht teuer. Aber in 2 Jahren könnte sie vielleicht auf 50.- steigen und sie wäre nicht unbedingt teuer, weil als ein Faktor die Kaufkraft im Gegenzug abgenommen haben würde.

Wir haben heute eine andere Ausgangslage als jemals zuvor. Darum bin ich so zuversichtlich, dass die Aktienkurse noch massiv steigen werden. Klar, mit dem billigen Geld, das höchstwahrscheinlich auch bald in den realen Markt fliessen wird und so die Inflation antreiben würde, wäre es auch kein Wunder. Aber darüber mache ich mir jetzt auch keine Gedanken.

Ich denke, man muss aktuell investiert sein. ;) :mrgreen:
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Re: SMI

Beitragvon Leser » Do Mär 26, 2020 5:44 pm

Die heutigen Arbeitslosenzahlen aus den USA waren für mich kein bisschen überraschend, obwohl sie massiv mehr waren als die schon horrend hohen erwarteten Zahlen. Die Panikmacher und Angsthasen, die sich darin bestätigt sehen, schiessen jetzt aus allen Rohren und propagieren weiterhin den Weltuntergang. Lustige Leutchen sind das. Wenn der politisch verordnete Shutdown nicht diese Auswirkungen hätte, dann würde sowieso etwas nicht stimmen. Und es werden noch ganz viele katastrophale Wirtschaftszahlen folgen, was völlig normal ist. Aber diese extrem schlechte Zahlen als normal zu betrachten und zu glauben, dass es so bleiben würde, zeugt von Ignoranz und Ahnungslosigkeit.
Egal, aufgrund der massiven Geldspritzen werden die Màrkte kaum mehr fallen. Sicher, zwischendurch dürfte es zu Gewinnmitnahmen kommen, aber ich glaube, die werden weniger und weniger. Warum? Weil die Erkenntnis jedes Mal grösser sein wird, dass man die Werte kaum wieder und viel günstiger erwerben kann. Man sieht's Dienstag sehr schön. Das Grübeln fängt an, warum die Kurse nicht mehr grossartig fallen, während sie sogar laufend steigen werden. Und wir stehen erst am Anfang dieses Prozesses. ;)

Die Menschen werden früher oder später wieder arbeiten gehen und die Wirtschaft wird wieder zum Laufen gebracht. Ich kann nicht verstehen, warum Pessimisten glauben, dass die Welt aufhört sich zu drehen. So lange dieses System existiert, werden die Märkte weiter nach oben gehen. Und wie schon mehrfach erwähnt, sobald die Masse erkennen wird, dass die massiven Geldspritzen wirken, wird es noch kräftiger steigen.
Es gibt viele, die glauben, dass der Shutdown noch Monate dauern wird. Das kann sich unsere Gesellschaft gar nicht leisten und es wird auch nicht passieren. Würde es tatsächlich bis Sommer, oder gar wie einige Exponenten in der Politik es vehement verlangen, dass der Shutdown sogar bis Ende Jahr dauern sollte, dann haben wir am Ende ganz andere Probleme. Dazu wird es nie und nimmer kommen und ich bin froh, dass solche Individuen auch nie das Sagen haben werden, hoffe ich. :)
Alle Massnahmen, die bis dato getroffen wurden und die weiteren, die noch folgen werden, dienen nur dazu den Status Quo zu erhalten. Man sollte es einfach als Überbrückung anschauen, um dann dort weiter zu machen, wo es vor Corona war. Nur, und das ist wesentlich, mit massiv mehr Liquidität, die nach Anlage suchen wird. Einige erkennen bereits, wohin die Reise geht, die meisten schauen noch ungläubig dem Treiben zu und verstehen nicht, was abgeht und abgehen wird. Zum Teil hoffen sie auf tiefere Kurse, um dann vielleicht einzusteigen, der andere Teil hofft wenigstens die letzten Tiefkurse wieder zu sehen, weil sie den Einstieg verpasst haben. Wie geschrieben, ich glaube, die Tiefkurse haben wir für eine lange Zeit gesehen. Ich kann mich nur laufend wiederholen, seit Montag hat sich alles grundlegend geändert. FED - ALL IN! :mrgreen: :mrgreen:
Klar, Pausen dazwischen könnte es geben, aber angesichts der billigen Kurse, dürfte es schwierig werden, längere Verschnaufspausen zu erwarten. Es drückt einfach zuviel Liquidität in die Märkte, das es kaum dazu kommen würde, solange die Kurse so billig sind. Erste Pausen erwarte ich bei den Reboundzielen, die ich als Beispiele schon genannt habe, vielleicht schiessen sie auch darüber und rasten erst bei den alten Highs, wer weiss.

Die Party wird sowas von exzessiv sein, dass einem schwindelig werden wird. Egal, entweder ist man dabei oder nicht. Noch ist alles sehr "billig", was man ausnutzen sollte. Die Angst sollte man ablegen. Ich höre so viele Experten, die meinen, dass es wieder fallen wird und dann auch noch viel, viel tiefer. Es werden zum Teil Marktstände genannt, dass ich mich echt frage, auf welchem Planeten sie leben und ob sie überhaupt in der Lage sind, die Auswirkungen der weltweiten Massnahmen zu erfassen und die Mechanismen zu verstehen. Anscheinend nicht. Aber egal, sie erkennen die Zeichen der Zeit nicht und überbieten sich gegenseitig mit düsteren Szenarien. Das Schlimme ist, dass viele sich davon beeinflussen lassen und abwarten, während die Kurse weiter steigen. Mir soll's letztendlich recht sein, wenn die Märkte die 'wall of worry' erklimmen.
Covid19 wird vorbei gehen, die Menschen werden wieder zur Arbeit gehen, die Stimuluspakete werden ihre Wirkung entfalten, die Nachfrage wird ungeahnte Höhen erreichen, was zu enormen Gewinnen der Unternehmen führen wird, die Inflation wird steigen, folglich steigen am Ende des Tages auch die Aktienkurse und und und. :D

Also ich verstehe nicht, wie man das alles ausblenden kann. Diese Chance ist einmalig, sie wird so vermutlich nie wieder kommen. Was in ein paar Jahren oder Jahrzehnten sein wird, weiss niemand, aber ich bin überzeugt, die Kurse werden massiv höher stehen als heute. Noch hat man die Chance billig bis sehr billig einzusteigen, selbst bei den letzten Highs wären die Kurse noch günstig. Mein Szenario scheint sich mehr und mehr zu bestätigen, noch liege ich richtig. Sollte es sich bis zur Vollendung entfalten, dann stehen wir in einigen Tagen wieder mehr oder weniger dort, wo es gestartet ist. Spannend. :mrgreen:
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Re: SMI

Beitragvon kosh » Do Mär 26, 2020 6:47 pm

@Dilbert

Hatte gestern keine Zeit mehr. Inflation ist streng genommen nur die Aufblähung der Geldmenge. Meistens werden aber "rePRäsentative" Preise herangezogen, um Inflation zu messen. Tatsächlich wurde munter inflationiert und wie @Leser nochmal drauf hingewiesen hat, sind die Blähungen nicht im Volk resp. bei den PReisen angekommen. Darüber brauchen wir nicht zu diskutieren, das sieht jeder. Ergänzen sollte man vielleicht, dass die ZBs halb offiziell das Ziel vor Augen hatten / haben, eine Preisinflation anzukurbeln. Dafür haben sie aber offensichtlich das falsche Instrument gewählt oder die Wirtschaft hat noch nicht genug abgewirtschaftet, um auf diesem Weg hochinflationiert zu werden.

Es bleibt also nur die Frage, wo die tatsächlich stattgefundene Inflation gemäss Definition abgeblieben ist? Anfänglich wurden damit diejenigen alimentiert, die im grossen Stil versagt haben, deren Papiere nur noch durch die ZBs gerettet werden konnten. Wahrscheinlich mussten die Versager das gute Geld an den nächsten in der Schuldenkette weiterreichen. Da ich mir nur vorstellen kann, wie der Kettenbrief im Detail aussieht, kann ich auch nicht sagen, wohin es genau geflossen ist.

Gleichzeitig sind die Zinsen weiter in Richtung Null oder darunter gefallen, was bedeuten muss, dass auf dem Obligationenmarkt immer höhere Preise bezahlt wurden, was wiederum heisst, dass eine Bondblase gebildet wurde, eine Bondinflation. Nebenher wurde noch eine Aktienblase aufgebaut, aber da Aktienbörsen gegenüber OTC nur Peanuts sind, müsste man dort nachsehen, welche Assets ebenfalls inflationiert wurden. Ebenfalls zu beobachten war, wie auch der Immobilienmarkt immer weiter aufgebläht wurde. Wenn mir niemand widersprechen will, gehe ich mal davon aus, dass die Inflation ausserhalb der PReise für Güter und Dienstleistungen stattgefunden haben muss und damit der Kettenbrief abgearbeitet wurde. Einerseits wurden Forderungen beglichen, andererseits konnten Anleger mit einem Polster dieses weiter aufblähen - inflationieren. Entstanden ist ein regelrechter Renditenotstand bei Vermögenden, die immer weniger in Rendite in Kauf nehmen mussten - bis und mit Negativzinsen.

Ein Teil der Inflation wurde also von den Aktienmärkten aufgefangen und für Börsenverhältnisse verhältnismässig intensiv für Aktienrückkäufe genutzt, aber seit 2016 sind die Gewinne nicht mehr gestiegen, sie wurden nur auf weniger Aktien verteilt. Wie gesagt, gemessen am Geld, das auf den Markt geschmissen wurde, kann das nicht allzu viel erklären.

Auch denkbar ist die Verlagerung der Inflation auf die Fremdwährungskonten, als da als Hauptkandidat China zu nennen wäre. Interessanterweise haben wir diese Diskussion vor Jahren schon geführt, dass nämlich die US die chinesischen Dollars ganz oder wenigstens teilweise weginflationieren könnten. Das war auch China klar, so stelle ich mir vor, und so hat man auf dem ganzen Planeten für seine Devisen nicht nur Güter, sondern auch handfestere Unternehmen eingekauft hat, um sich eben dagegen abzusichern. Im Laufe der Jahre ist so manche Milliarde wieder zurück in den Westen geflossen, oder in InfrastrukturPRojekte überall auf dem Planeten.

Die Ironie an der Geschichte ist, dass wegen Corona der Westen zwar gezwungen ist zu inflationieren, aber China eben auch. Mal sehen wohin sich das Währungspaar entwickelt, aber ich vermute, der US-Vorwurf an Peking, den Yuan absichtlich abzuwerten, dürfte im Windschatten der gewaltigen Geldmengen welche die US nunmehr bereit in die Wirtschaft zu pumpen, hinfällig werden.

Was mir in der jetzigen Situation aufgefallen ist: D ZBs und Staaten gehen dazu über, den nächsten Versuchsballon zu starten. Direktes Helikoptergeld für die Bürger gibt's nur wenig, ein grosser Teil soll als Kredite via Arbeitgeber zum Volk fliessen. Die Staaten haben bereits mehrfach Andeutungen geMACHT, dass sie höhere Kreditausfallraten erwarten. Heute z.B. habe ich was von 5% statt 1% gelesen. Dieses Geld wird letztlich die Staatshaushalte belasten, wo man sich überlegen muss, ob man es über Steuern wieder reinholt, was angesichts des Inflationsziels kontraPRoduktiv wäre. Oder ob man in Zusammenarbeit mit den ZBs bereit ist, die Kredite ersatzlos abzuschreiben. Diese Diskussion ist momentan im Fluss. Auch möglich wäre, dass man die Ausfälle in einem Bad Asset-Depot verwaltet und falls möglich für ein Butterbrot wieder unter die Leute bringt, was aber direkt deflationär wirken würde. Wer weiss, vielleicht holt unser ZB-Schlauberger wie beim letzten Mal sogar einen kleinen Gewinn aus dem Schrottlager.

Grüsse
kosh
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Re: SMI

Beitragvon Leser » Do Mär 26, 2020 8:58 pm

Sehr, sehr spannend zuzuschauen, wie die Kurse kaum mehr grossartig gedrückt werden können. Sobald es wieder ein bisschen im Tagesverlauf fällt, was auf Verkäufe von kfr. Tradern, Shorties und Angsthasen hindeutet, kommen Käufe nach und es wird oben gehalten. Wenn das so bleibt, dürfte es bald zu einer ersten grossen Kapitulation der Verkaufsseite kommen, was die Kurse massiv weiter steigen lassen würde. Charttechnisch hätte es noch sehr, sehr viel Luft nach oben, bis man überhaupt wieder im überkauften Bereich käme. Viele mfr. und lgfr. Indikatoren haben z.T. noch nie dagewesene Tiefstände erreicht, dass sie aktuell immer noch so tief sind wie nie zuvor. Damit diese wieder im "Normalbereich" stehen, müssten die Märkte von hier aus weitere rasche 15-20 Prozent steigen, was ich nicht ausschliesse. Mit jeder Stunde, mit jedem Tag werde ich zuversichtlicher, dass dies auch noch gemacht wird. Es gibt Werte, die sind bereits wieder 100 Prozent von ihren Tiefständen gestiegen! Selbst Titel wie Boeing haben 100 % von ihren Lows wieder wettgemacht, obwohl sie grosse hausgemachte Probleme haben und in einem Sektor agieren, der mit Sicherheit zu den grössten Problemsektoren gehört. Das zeigt mir einfach, dass ähnlich geprügelte Werte, die vergleichsweise keine oder kaum Probleme haben dürften, Dank der Garantien und Sicherstellung der Liquidität eigentlich noch massiv steigen müssten. Dazu gehören eben die Finanztitel. ;)

Heute Nachmittag hat mich an Bekannter gefragt, ob er z.B. ZURN jetzt kaufen solle. Dabei habe ich ihm schon letzte Woche am Dienstag gesagt, als sie bei 260.- handelte, müsse er sie kaufen, weil sowieso alles unter 300.- günstig ist. Er hätte die ganze letzte Woche bis letzten Dienstag die Chance gehabt sie unter 300.- zu kaufen. Jetzt wo die FED... Ihr wisst schon. ;) Hat er natürlich nicht gemacht, weil fast alle weiterhin warnen, es sei zu früh usw. und er dadurch extrem unsicher ist und Angst hat. Dadurch hat er bereits fast schon garantierte 30 Prozent Performance verpasst. Egal, ich habe ihm heute gesagt, selbst Kurse unter 400.- sind auf Sicht von mehrere Jahre ein Schnäppchen. Darauf meinte er, sie sei jetzt schon so "viel" gestiegen, er würde abwarten und sie dann sicher unter 300.- kaufen, falls sie wieder drunter fielen.
An diesem Beispiel sieht man, dass viele überhaupt nicht begriffen haben, was seit letzten Montag sich grundlegend geändert hat. Sie glauben tatsächlich, dass sie diese tiefen Kurse nochmals sehen werden und dann kaufen würden. Vielleicht kriegt er nochmals die Chance, wer weiss, aber ob er dann wirklich kaufen täte. :lol:

Über 355.- könnte es zu einem kräftigen Shortsqueeze kommen, der den Kurs bis auf 400.- bringen könnte.

Jetzt ist Psychologie gefragt nach dem Motto - wer zuerst blinzelt, hat verloren. Die astronomische Liquidität wird die Märkte treiben, aber natürlich kommt diese nicht alles auf einmal rein. Man sieht jedoch, dass sie schon ein bisschen kontinuierlich reinfliesst. Diese wird von Tag zu Tag steigen und irgendwann mit geballter Ladung fliessen. Wer glaubt, jeweils das Tagestief zu erwischen, wird den Einstieg verpassen. Und je länger man wartet, umso mehr wird man verpassen.
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Re: SMI

Beitragvon Leser » Fr Mär 27, 2020 10:52 am

Auch heute wird es wieder spannend. Aktuell sind die Kurse im Minus und die Psychologie spielt hinein. Viele denken jetzt, das war's, jetzt kann man wieder shorten und die, die noch Aktien halten oder in den letzten Tagen gekauft haben, verkaufen sie wieder. Sie alle glauben, es wird jetzt wieder krachen und dass man alles wieder viel tiefer einsammeln kann.
Auch jetzt höre ich nur, was das alles für ein Wahnsinn sei, dass die Bewertungen der Aktienkurse ein Hohn sei, völlig krank usw. Mag alles sein, aber letztendlich zählt nur, dass die astronomische Liquidität in den Markt fliessen wird. Die FED pumpt aktuell run 125 Mrd. jeden Tag rein! Das muss man sich Mal vorstellen, was das eigentlich bedeutet. Und es hat noch nicht Mal richtig mit den Käufen angefangen. Gestern im Amihandel am Schluss hat es sich gezeigt, wie es abläuft. Da wurde am Schluss massiv Kohle reingebuttert, dass der DOW als Beispiel nochmals gut 500 Punkte nach oben schnellte. So wird es in Zukunft weiter laufen. Die europäischen Märkte werden einfach den Amis folgen, auch wenn sie jetzt im Minus stehen, werden sie wieder hochgezogen. Jede Stunde, jeden Tag, wo die Märkte nicht mehr weiter gedrückt werden können, wird der Abschuss nach oben um so heftiger, weil die Shorties sich eindecken müssen und werden. Die Angst es nicht zu schaffen, wird sie dazu zwingen. :twisted:

Wenn es heute nicht viel korrigieren und/oder es wieder kräftig ansteigen sollte, dann bin ich zu 100 % überzeugt, dass meine Theorie richtig ist. Und es würde dann so noch ein Weilchen weitergehen. Ich kann nur ausdrücklich davor warnen, den Rufen der Pessimisten und Untergangspropheten zu folgen. Selbst die vorsichtigen Akteure sollten sich hüten auf tiefere Kurse setzen zu wollen. Korrekturen nach unten wird es geben, aber diese werden im Vergleich zu den Anstiegen sehr gering ausfallen.

Keep it simple - Die Märkte werden mit Massen an Geld überflutet. Da spielen Fakten, Marktzahlen, Virus Updates usw. überhaupt keine Rolle mehr. Man muss jetzt nichts mehr grossartig analysieren wollen, es bringt nichts mehr. Das kann dann irgendwann später wieder gemacht werden, wenn die Normalisierung der Lage eingekehrt sein wird. Bis dahin heisst es rauf, rauf, rauf. ;) :mrgreen:
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Re: SMI

Beitragvon kosh » Fr Mär 27, 2020 3:29 pm

Bei aller Zuversicht werde ich trotzdem das Mögliche in meine Überlegungen mit einbeziehen. Heute ein äusserst interessanter Einblick in das Wesen der Finanzmärkte:
Weil Banken eine fundamentale Eigenschaft von Börsen nicht verstehen, verlieren deren Kunden viel Geld. Ein Sandhaufen vermittelt wichtige Einsichten.

Wer schon immer davon geträumt hat lebenslang zu sändelen, gewinnt wichtige Einsichten, aber nicht dank Ökonomen.
Realitätsnahe Modelle der Finanzmärkte entwickelten dagegen zunächst vor allem ökonomiefremde Wissenschafter, wobei sich Physiker besonders hervortaten.

Eine Konsequenz:
So sind zuverlässige Voraussagen über die Grösse der nächsten Lawine nicht möglich, wenn das System den kritischen Zustand erreicht hat. Ausserdem erreicht das System diesen Zustand ganz von selbst, also ohne Zutun von aussen. Zudem sind die Systemeigenschaften emergent, lassen sich also nicht aus den Eigenschaften der einzelnen Systemelemente ableiten.
... Etwas technischer ausgedrückt: Kursbewegungen und Volatilität sind nicht normalverteilt, streuen also nicht um einen Mittelwert, sondern unterliegen einem Potenzgesetz. Das erklärt auch das Problem der «fat tails», des Umstands, dass Ereignisse, die unter einer Normalverteilung unwahrscheinlich sind, in der Realität ziemlich oft auftreten.

Wesentlich:
Entscheidend ist, ob sich das System im Zustand der Kritikalität befindet. Und solange das so ist, müssen Anleger selbst nach einer metaphorischen Grosslawine mit weiteren signifikanten Lawinen rechnen.

Fazit:
Aber auch Banken und Asset-Manager können aus dem Gesagten eine Lehre ziehen: Sie sollten sich nicht nach der Krise mit angeblichen schwarzen Schwänen beschäftigten, sondern vor der Krise mit grossen Sandhaufen.

Vor kaum einer Stunde ist die Nachricht reingeschneit: "Bundesrat genehmigt Deaktivierung des antizyklischen Kapitalpuffers." Mal sehen, wie weit in der Folge die Banken die exheilige Kuh wieder aufs Glatteis führen werden.
Grüsse
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Re: SMI

Beitragvon Leser » So Mär 29, 2020 10:50 am

Was aktuell für Debatten geführt und zum Teil Forderungen gestellt werden, habe ich echt nicht für möglich gehalten. Ich bin schlicht und ergreifend entsetzt! :o

Da will man im Namen der Gesundheit den Lockdown bis Sommer, ja sogar bis Ende Jahr durchziehen, ohne dabei die Konsequenzen auf allen anderen Ebenen zu realisieren. Unglaublich, was sind das nur für Leute? Ich kenne sehr viele, die im Staatsdienst arbeiten, Lehrer, Verwaltungsmitarbeiter usw., die fast ausschliesslich dafür sind. Diese beeinflussen selbstverständlich auch ihre Umgebung mit dem Pro-Lockdown. Das Erschreckende dabei ist ihre Begründung, dass jetzt viel wichtiger ist den Virus einzudämmen und zu besiegen, egal was es dazu bräuchte. Gegenargumente lassen sie schon gar nicht mehr zu und dass die Zahlen letztendlich auf dieser Datenlage kaum realistisch zu beurteilen wären, weil einfach alles jetzt in den Corona-Topf geworfen wird. Die Hysterie ist kaum mehr auszuhalten. Der Hammer war aber, als sie unisono sagten, dass der Lohn pünktlich auf dem Konto gekommen ist und es auch weiterhin käme, wo denn das Problem sei!? Ich konnte und wollte es nicht fassen. Was soll ich diesen Deppen noch sagen? Ich war zunächst sprachlos, aber dann fragte ich sie, woher denn das Geld für ihr Lohn käme? Woher bezieht der Staat das Geld, das als Lohn bei ihnen ausbezahlt wird? Da waren sie zumindest noch klar im Kopf und wussten, dass das Geld aus Steuern generiert wird. Aber die kognitiven Fähigkeiten zu erkennen, wie die Steuern "erwirtschaftet" werden müssen, liess bei einigen schon wieder nach. Der Staat hülfe jetzt ja diejenigen, deren Einnahmen weggebrochen seien usw. Hmm, ja klar, das hilft vielleicht kurzfristig und hätte nur als Überbrückung von vielleicht ein, zwei Monaten gelten sollen. Wenn die Wirtschaft bis Sommer, ja sogar bis Ende Jahr stillstünde, dann hätten wir am Ende überhaupt keine Wirtschaft mehr. Und wie will der Staat dann ihre Löhne bezahlen, wenn keine steuerpflichtigen Einnahmen mehr generiert werden könnten? Dann müsste man halt Schulden machen, immer mehr, hat einer eingeworfen, aber bei den meiste hakte es aus. Das würde ja nicht so schlimm werden usw. Da habe das Gespräch abgebrochen, weil ich es nicht fassen konnte, mit welcher Selbstverständlichkeit sie den ganzen Lockdown sehen und die katastrophalen Konsequenzen einfach ausblenden. Sie, die im Staatsapparat arbeiten, hätten ja nichts zu befürchten. Unglaublich, nur solche in einer quasi geschützten Werkstatt können so einfach daherbrabbeln, da ihre Löhne gesichert seien. Mannomann, die würden sich allesamt noch wundern. :roll:

Sollte der Lockdown über den Sommer gehen und bis Ende Jahr, dann hätten wir danach ganz andere Probleme. Und ob sich das die richtig arbeitende Bevölkerung - die im Staatsapparat kann ich kaum mehr dazuzählen, zumindest die meisten nicht mehr - gefallen lassen würde, wage ich stark zu bezweifeln. Denn das würde am Ende massive Steuererhöhungen nachsichziehen, um die verblendeten Staatsdiener zu alimentieren. Das würde ganz böse enden und man merkt sich solche Leute, die so einen Quatsch verzapfen, auch diejenigen wird man sich merken, die die Panik befeuert und zum Teil sogar verursacht haben.

Ich für meinen Teil kann nur sagen und davon bin ich überzeugt, dass diese Zeit Chancen bietet, wie es nur alle 100 Jahre gibt. Klar, ich schaue es mir aus der wirtschaftlichen Lage an und da muss man halt manchmal einfach volles Risiko gehen. So lange wir noch ein bisschen "freie" Wirtschaft und Kapitalismus haben, sollte man es wagen. Sollte das am Ende begraben werden, hätten wir Sozialismus und Kommunismus in reinster Form. Was das bedeutet, brauche ich den vernünftigen und gescheiten Menschen nicht zu erläutern. Wie sowas aussieht und letztendlich auch wieder enden würde, brauche ich auch nicht zu schildern. Erschreckend finde ich nur die Haltung einer wachsenden Minderheit, die uns einschränken will und diese Zeit nutzen möchte, um ihre Ideen umzusetzen. Die Freiheit, die wir dann bisher kannten, hätten wir nicht mehr. 1984!

Ich hoffe und glaube nicht, dass das passieren wird, aber je länger es dauert, um so mehr würden sich auch bei mir Zweifel ergeben. Ich bin kein religiöser Mensch, aber ich glaube an einer höheren Macht und zu der bete ich, dass sie die Menschen wieder zur Vernunft bringe, damit dieser Schwachsinn nicht überbordet.
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