The Box - livingpackets

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The Box - livingpackets

Beitragvon Theta » Sa Jul 11, 2020 8:49 pm

Guten Abend allesamt,

gerade eben bin ich über eine Youtube Werbung von livingpackets gestolpert. Das Unternehmen habe ich kurz überflogen und wollte mal hier in die Runde fragen ob vielleicht ein anderer bereits etwas über dieses Unternehmen gehört hat.

Also kurz zu Livingpackets - es handelt sich hierbei um kein Börsennotiertes Unternehmen bzw. eher um ein StartUP welches elektronische Pakete aus recyceltem Kunststoff herstellt, welche die gängigen Pappkisten ersetzen soll. Die mehr Kosten (etwa das 100Fache) von The Box sollen durch ein eigenes Pfandsystem finanziert werden (1000Fache Wiederverwendung). Mit einer Laufzeit von 5 bis 10 Jahren sollen diese also günstiger als gängige Pappkisten werden - bieten jedoch auch gleichzeitig viel mehr Möglichkeiten (GPS Tracking/ einfache Retouren, Signal beim öffnen der Box usw.).

Mehr auf http://www.Livingpackets.com

Wie oben bereits schon erwähnt handelt es sich hier um ein 2016 gegründetes StartUP - Mittlerweile entspricht das team 90 Mitarbeitern mit Büros in Paris, Berlin & Nantes. Eingetragen ist das Unternehmen in der Schweiz. Cooperationen sollen bereits mit Firmen bestehen bspw. Orange (Versandunternehmen in Frankreich)

Wie kann ich in das Unternehmen Investieren, wenn es nicht an der Börse ist?
Momentan ist das Unternehmen laut roadmap kurz vor der Massenproduktion - unterwegs sollen die ersten Kisten ende 2020 anfang 2021 sein. Für die Massenproduktion hat the Box ein selbstgehostetes Funding System konstruiert. Laut informationen der Website soll das Invest zurückgezahlt werden bis das 5fache des Investments erreicht wurden.

Die Informationen habe ich überwiegend von der Website... https://livingpackets.com/contribute

So nun gebe ich den Ball weiter an euch ich werde mich auch noch ein bisschen weiter mit dem Unternehmen befassen. Ich fande es nun zunächst erst einmal extrem interessant. Die Idee hat nach dem ersten Eindruck nach echt potential. Habt Ihr bereits schon Erfahrungen bei einem Crowdfunding gemacht oder macht das einer häufig? Was haltet Ihr von The Box bzw. habt Ihr schon mehr davon gehört.

Gruß Theta
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Re: The Box - livingpackets

Beitragvon kosh » Mo Jul 13, 2020 12:29 pm

Wenn Du mich fragst ein ziemlich idealistisches Projekt.

Europaletten zirkulieren auch im Pfandsystem, aber zwischen Unternehmen resp. Logistikern. Die Feinverteilung hält sich in Grenzen. Als Privatier bin ich aber kein Logistiker. Ich habe noch nie eine Retoure von Zuhause aus aufgegeben, was allerdings noch kein Massstab ist. Bei mir würden sich die Boxen stapeln, ein Paketlogistiker müsste die Dinger einsammeln und leer bei gleichem Volumen zurück karren. Das ist natürlich machbar, aber die (eingesparten Entsorgungs-) kosten blieben nicht einfach bei mir hängen wie wenn ich Karton zur Sammelstelle bringe. Der Pöstler müsste nicht nur 1x ein und ausladen, sondern pro Tour zweimal und das kontinuierlich. Oder man sammelt auf Extratouren ein, indem man leer startet. So oder so, Post et al müssten ihre Zusatzkosten auf die Kunden abwälzen und dabei sehe ich vorderhand v.a. Personalkosten, also den Bereich der einschenkt.

Ausserdem ist es mit einer einzigen Box nicht getan. Kaugummiversand in viel zu grossen Boxen bringt energetische Nachteile, die Zwischenlagerung verschiedener Boxen einen logistischen Mehraufwand. Ausserdem würde es sich am ehesten rechnen, wenn die Dinger genormt und nicht proprietär wären.

Faltbar scheinen sie auch nicht zu sein, oder? Jede Box braucht zu jeder Zeit immer das volle Volumen, im Gegensatz zu Faltkarton.

Insgesamt erinnert mich die Idee an das Flaschenpfand. Eine Umweltbilanz hat ergeben, dass Aludosen den Glasflaschen überlegen sind. Trotzdem träumen Klimaromantiker regelmässig vom Gegenteil. Was Wunder, wenn Fakten keine Rolle mehr spielen sollen?

Ausserdem: Wie schmuddelig sehen solche Boxen nach den ersten 100 Runden aus? Will ich sowas wirklich in die Finger nehmen? Nach Corona müssten alle Boxen nach jedem Gebrauch desinfiziert werden - innen und aussen!

Sind Unterhalt, Lagerkosten etc. etc. in den Mehrkosten (100x) mit drin?

Grüsse
kosh
PS: Man tut was man kann und man kann was man tut.
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Re: The Box - livingpackets

Beitragvon LivingPackets » Mo Aug 24, 2020 10:31 am

Hallo Theta, hallo Kosh,

@Theta
vielen Dank für dein Interesse an unserem Projekt. Es freut uns, dass du einen positiven ersten Eindruck hattest und Potential in THE BOX siehst. Gerne kannst du uns direkt kontaktieren und uns offene Fragen stellen. Schreib mir gerne persönlich an julian.weishaupt@livingpackets.com - wir freuen uns von dir zu hören!

@Kosh
Vielen Dank für deine Perspektive auf THE BOX und deinen Beitrag. Möglicherweise können wir hier an ein paar Stellen etwas mehr Licht ins Dunkel bringen und deine berechtigten Zweifel und Fragen beantworten.

Europaletten zirkulieren auch im Pfandsystem, aber zwischen Unternehmen resp. Logistikern. Die Feinverteilung hält sich in Grenzen. Als Privatier bin ich aber kein Logistiker. Ich habe noch nie eine Retoure von Zuhause aus aufgegeben, was allerdings noch kein Massstab ist. Bei mir würden sich die Boxen stapeln, ein Paketlogistiker müsste die Dinger einsammeln und leer bei gleichem Volumen zurück karren. Das ist natürlich machbar, aber die (eingesparten Entsorgungs-) kosten blieben nicht einfach bei mir hängen wie wenn ich Karton zur Sammelstelle bringe. Der Pöstler müsste nicht nur 1x ein und ausladen, sondern pro Tour zweimal und das kontinuierlich. Oder man sammelt auf Extratouren ein, indem man leer startet. So oder so, Post et al müssten ihre Zusatzkosten auf die Kunden abwälzen und dabei sehe ich vorderhand v.a. Personalkosten, also den Bereich der einschenkt.


Kurze Antwort: Wenn du eine leere BOX Zuhause hast, kannst du sie ganz einfach zusammenklappen, sodass sie statt 32 Liter nur noch 2 Liter fasst. Damit ist sie sehr flach (nur noch wenige cm hoch) und z.B. sehr gut für die Versendung von Dokumenten geeignet. Damit spart sie sowohl in den eigenen vier Wänden, als auch auf dem Weg zurück Platz. Außerdem gibt es einige Möglichkeiten, wie THE BOX einfach wieder in den Kreislauf gelangt und dabei einen Mehrwert schafft.

Lange Antwort, mit Erklärungen: Normalerweise hat der Endkunde nie mehr als eine BOX Zuhause, da er bei Erhalt einer neuen Bestellung einfach die leere BOX wieder mitgeben kann. Außerdem kann man THE BOX abholen lassen oder gegen eine Belohnung zu einem naheliegenden Paketshop, bzw. LivingPackets-Shop bringen. Aber wir alle haben hunderte von alten ungenutzten Sachen Zuhause, die noch wertvoll sind (in Deutschland allein liegen fast 200 Millionen alte Smartphones https://de.statista.com/infografik/1320 ... aushalten/). Diese können mit THE BOX einfach kostenlos zum Recyclen geschickt werden, ODER NOCH BESSER, man legt sie einfach in THE BOX, drückt einen Knopf und wir kümmern uns um den Verkauf des altes Handys. In unserer App gibt es auch die Möglichkeit auszusuchen, an welchen Anbieter das Gerät verkauft werden soll. Weiterhin gibt es die Möglichkeit alte Waren zu spenden und mit THE BOX zu versenden. Dafür arbeiten wir mit verschiedenen Hilfsorganisationen zusammen, die sich sehr darüber freuen würden mehr von den nicht gebrauchten Dingen die wir alle haben, zu bekommen.


Ausserdem ist es mit einer einzigen Box nicht getan. Kaugummiversand in viel zu grossen Boxen bringt energetische Nachteile, die Zwischenlagerung verschiedener Boxen einen logistischen Mehraufwand. Ausserdem würde es sich am ehesten rechnen, wenn die Dinger genormt und nicht proprietär wären.


Kurze Antwort: Grundsätzlich richtig.

Lange Antwort, mit Erklärungen: Bei wiederverwendbaren Verpackungen ist es am besten wenn es nur eine genormte Größe gibt, da man nie weiß, was damit versendet wird. THE BOX deckt mit seinem jetzigen Format ca. 80% aller e-Commerce Versendungen ab und wäre mit seiner einheitlichen Größe stapelbar und einfach für Sortiermaschinen zu handhaben. Die unzählig verschiedenen Formate die aktuell auf dem Markt sind, sind leider nicht stapelbar und sorgen für erheblichen Leerraum. Jedoch ist selbst die kleine 2 Liter Variante für extrem kleine Sendungen etwas nachteilig. Eine genormte Größe wäre wünschenswert, doch der Kunde ist König und somit passen wir THE BOX für sehr kleine Sendungen eventuell an.


Faltbar scheinen sie auch nicht zu sein, oder? Jede Box braucht zu jeder Zeit immer das volle Volumen, im Gegensatz zu Faltkarton.


Kurze Antwort: Das wäre in der Tat sehr unvorteilhaft, deshalb haben wir THE BOX faltbar gemacht, sodass sie entweder 32 Liter oder 2 Liter fasst. Außerdem schützen wir mit dem verbauten Halterungsmechanismus Meere vor unnötiger Plastik-Verschmutzung.

Lange Antwort, mit Erklärungen: Der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel (BEVH) sagt "das Paket der Zukunft ... vermeidet Müll sowie Emissionen und schont Ressourcen". THE BOX macht jegliches Füllmaterial dank seines Halterungsmechanismus überflüssig. Damit spart man zusätzliche Ressourcen, Zeit zum Verpacken und schützt unsere Umwelt. Doch nicht nur das, die versandte Ware wird festgehalten und geschützt durch das stabile und robuste Materials "Expanded Polypropylene" , welches zu 98% aus Luft besteht und zu 100% recyclebar ist. Das Material ist bereits seit über 30 Jahren im täglichen Einsatz, besonders bei Essenslieferungen dank seiner isolierender Wirkung. Im Versandhandel sorgt dies für deutlich weniger Beschädigungen und Pannen. Des weiteren ist THE BOX dank der verbauten Elektronik lokalisierbar und reduziert Verluste, was zu weiteren Kosteneinsparungen bei Logistikern und Händlern führt, sowie das User-Erlebnis verbessert.


Insgesamt erinnert mich die Idee an das Flaschenpfand. Eine Umweltbilanz hat ergeben, dass Aludosen den Glasflaschen überlegen sind. Trotzdem träumen Klimaromantiker regelmässig vom Gegenteil. Was Wunder, wenn Fakten keine Rolle mehr spielen sollen?


Kurze Antwort: Wir sind natürlich an Fakten interessiert und haben deshalb evea (offiziell von der Post und anderen Instututionen als Zertifizierer benutzt) beauftragt eine Nachhaltigkeitsstudie zu THE BOX durchzuführen. Wir können mit Stolz sagen, dass THE BOX über seinen Lebenszyklus deutlich umweltfreundlicher ist, als Kartonverpackungen es sind.

Lange Antwort, mit Erklärungen: Die Ergebnisse der Studie haben aufgezeigt, dass pro THE BOX ca. 800 kg CO² eingespart werden. Verglichen mit einem Paket, welches man theoretisch zu 50% recyclen könnte, wäre THE BOX dennoch insgesamt 2,5 mal besser in seiner gesamten Umweltperformance. Auch die verbauten Elektroteile sollen am Ende des Lebenszyklus wieder aufbereitet und wiederverwendet werden. Außerdem kann THE BOX durch agiles re-routing am Transportweg fast 60% der Treibhausgase einsparen. Da unsere Ressourcen endlich sind, setzen wir darauf Materialien so oft wie möglich wiederzuverwenden. Dies machen wir nicht nur mit dem verbauten Material, sondern ermöglichen mit THE BOX auch dem Endkunden seine alten Sachen recyclen zu lassen, zu verkaufen oder zu spenden (siehe oben). Der Nutzer kann durch die Verwendung von THE BOX sowohl etwas Gutes für die Umwelt tun, als auch Bedürftigen helfen oder Geld damit verdienen.


Ausserdem: Wie schmuddelig sehen solche Boxen nach den ersten 100 Runden aus? Will ich sowas wirklich in die Finger nehmen? Nach Corona müssten alle Boxen nach jedem Gebrauch desinfiziert werden - innen und aussen!


Kurze Antwort: THE BOX wird regeläßig gereinigt und wir sorgen für ein sauberes und einzigartiges Kundenerlebnis.

Lange Antwort, mit Erklärung: THE BOX wird regelmäßig von unseren Partnern, bzw. LivingPackets-Shops gereinigt und wir arbeiten gerade an einer Selbstdesinfektions-Technik, um noch mehr Sauberkeit und Sicherheit zu bieten. Entgegen der spontanen Annahme, dass THE BOX als Virenlieferant dient, halten sich Viren besser auf herkömmlichen Kartons, welche aus natürlichen Cellulose Fasern bestehen. Ein Kunststoffoberfläche verdreckt deutlich weniger schnell. Darüber hinaus ist die Nachfrage zur Verwendung von THE BOX, glücklicherweise, so hoch, dass wir zu Beginn mit Produkten starten, welche wenig Verschmutzungen verursachen, oder Corona favorisieren könnten.


Sind Unterhalt, Lagerkosten etc. etc. in den Mehrkosten (100x) mit drin?


Kurze Antwort: Ausfälle, Wartung, Lagerung etc. haben wir in unsere Kalkulationen zur Rentabilität von THE BOX miteinbezogen. THE BOX ist sogar mehr als 10-mal so rentabel wie eine Abfallkarton-Verpackung.

Lange Antwort, mit Erklärung: Unsere Tests mit einem der größten Versandhändler hat ergeben, dass es 2-3 mal schneller und leichter geht THE BOX versandbereit zu machen. Damit können in der gleichen Zeit deutlich mehr Bestellungen abgewickelt werden. Weitere Einsparungen entstehen durch weniger Verluste, weniger Diebstähle und geringeren Versicherungskosten durch Schocksensorik, GPS etc. Möchten Online Shops mehr Sensoren und Funktionen von THE BOX nutzen, gibt es verschiedene Service Levels mit unterschiedlichen Preisen. Wir wissen bereits, dass Interesse an den höheren Levels besteht.


Ich hoffe ich konnte ein paar Fragen beantworten. Gerne können wir hier im Forum oder auf unseren Kanälen noch genauer auf verschiedene Themen eingehen. :)

Liebe Grüße,
Julian
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