Cosmo Pharm N (COPN)

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Cosmo Pharm N (COPN)

Beitragvon Premium » So Apr 05, 2015 12:15 pm

Cosmo-Gründer Mauro Ajani fing mit 19 als kleiner Verkäufer von Medikamenten in Italien an. Er besuchte Ärzte, verteilte Muster. Das war sein Start in der Pharmabranche, ein Hochschulstudium gab es nicht für ihn. Der Italiener hat es weit gebracht. Als Präsident von Cosmo ist er heute massgebend an einer Firma beteiligt, die an der Schweizer Börse 2,3 Mrd. Fr. wert ist.

Dabei wollte Ajani 1997 einfach nur sein Geschäft verbreitern, als er für 1,5 Mio. € eine Anlage zur Herstellung von Medikamenten mitsamt der vierzigköpfigen Mannschaft in Lainate bei Mailand kaufte. Im Laufe der Jahre hatte er schon die grösste selbständige Verkaufsorganisation für Medikamente in Italien aufgebaut. Jetzt sollte die Generika- und Kontrakt-Herstellung dazukommen.

Bei der Ausführung eines dieser Fremdaufträge dämmerte es Ajanis Team, dass durch eine verbesserte Darreichungsform ein Produkt gegen Entzündungen im Darm viel effektiver wirken würde. Die Technologie dafür entwickelt Cosmo selbst. Zusammen mit dem Anbieter der ursprünglichen Tablette bringen sie 2001 das Produkt auf den Markt. Die Nachfrage sprengt alle Erwartungen. Inzwischen erzielt das Medikament mehr als 600 Mio. $ Umsatz.

«Finde mir 20 Millionen Euro»

Der Erfolg beflügelt, obwohl Cosmo nur begrenzt am Umsatz beteiligt wird. Ajani will nun ein Medikament allein entwickeln. 2004 beginnt er mit der Suche nach Geld.

«Ich war damals in einer schwierigen Phase», erinnert sich Chris Tanner, seit 2007 Finanzchef vom Cosmo. Der in Kolumbien geborene Schweizer hatte als hochrangiger Banker bei der Schweizerischen Bankgesellschaft und später als Partner der A&A Bank eine steile Karriere erlebt. Doch nach dem Unfalltod des A&A-Bank-Gründers Ernst Müller-Möhl Mitte 2000 und dem Platzen der Internet-Blase verliert er in den Turbulenzen den grössten Teil seines Vermögens, wie er freimütig bekennt.

Ein befreundeter Vermögensverwalter vermittelt den Kontakt zu Ajani. «Er sagte zu mir: Finde mir 20 Mio. €», erinnert sich Tanner und schüttelt den Kopf. Er hatte zwar im Lauf der Jahre ein internationales Netzwerk geknüpft, aber ausgerechnet in der Biotech-Szene kennt er sich nicht gut aus. Nochmals hilft der Freund und stellt ihm Friedrich von Bohlen und Halbach vor. Von Bohlen hatte an der ETH Neurobiologie studiert und eine Biotechfirma in den USA an die Börse gebracht. Doch 2001 sterben wichtige Mitarbeiter beim Terroranschlag auf die Twin Towers. Seine Firma gerät ins Stocken, er tritt zurück. In Europa sucht auch er den Neuanfang.

Der Finanzfuchs und der Biotech-Unternehmer etablieren eine Partnerschaft. Sie gehen mit drei geldsuchenden Biotech-Firmen auf Dietmar Hopp zu, den Mitbegründer des Softwarekonzerns SAP. Und sie landen einen Volltreffer. Der Milliardär steigt bei Cosmo mit 10 Mio. € ein, und dank ihm kommen weitere Investoren. 2005 steht die erste Finanzierungsrunde von Cosmo mit über 20 Mio. €. Tanner hat das Geld für Ajani beschafft.

Der ist begeistert. Er steckt das Geld wie geplant in die Entwicklung eines eigenen Mittels gegen Darmentzündungen. «Das war für Cosmo Neuland. Ajani hat nächtelang über den Studienprotokollen gebrütet, um die richtigen Schlüsse zu ziehen», erinnert sich Tanner. Als 2007 die ersten, guten Daten für das Medikament vorliegen, wagt man in der Schweiz den Börsengang. Tanner übernimmt den Job als Finanzchef. Bis heute bilden Ajani (40%), das Management (8%), die Hopp-Beteiligungsgesellschaft (7%) sowie die Herz AG (knapp unter 10%) den Kern des Aktionariats.

2013 bekommt das Medikament Uceris die Zulassung in den USA, und die Cosmo-Aktie startet durch. Das Unternehmen hat in acht Jahren drei Produkte lanciert und den Aktionären 700% an Wertzuwachs beschert.

Uceris war nicht nur in finanzieller Hinsicht ein Katalysator. Auf dem Weg zur Entwicklung entdeckt die Cosmo-Truppe, inzwischen auf 167 Personen angewachsen, weitere Verbesserungsmöglichkeiten zur Behandlung von Darmerkrankungen. «Wir suchen Gelegenheiten, die sich bei tiefem Risiko verwirklichen lassen», erklärt Tanner den Ansatz.

Blauer Hoffnungsträger

Eine Tablette mit dem blaufärbenden Wirkstoff Methylene Blue ist so eine Chance mit tiefem Risiko. Die Farbe hilft bei Vorsorgeuntersuchungen, um im Darm Polypen zu finden. Die Handhabung der Flüssigkeit ist aber umständlich. Die nur im Darm färbende Cosmo-Tablette würde den Aufwand senken. Dazu hat die Firma noch eine gelierende Lösung entwickelt, die der Arzt unter entdeckte Polypen in die Darmwand spritzen kann, um das Abschaben ohne gefährliche Verletzung des Darms zu erleichtern. Die Lösung soll in den USA in diesem Jahr zugelassen werden.

Analyst Peter Welford von Bankhaus Jefferies deckt als einziger Finanzanalyst den Titel ab. Die Tatsache, dass Jefferies Cosmos Hausbank ist, dürfte da eine Rolle spielen. Grundsätzlich sehr positiv eingestellt, sieht Welford den Aktienpreis im besten Fall von zurzeit 160 auf 215 Fr. steigen. Verbessert die blau färbende Tablette die Entdeckungsrate von Polypen aber nicht deutlich, könnte der Kurs nach seinen Schätzungen auf 100 Fr. abstürzen.

Pharma-Finanzanalyst Bob Pooler von Valuation Lab verfolgt die Entwicklung von Cosmo Pharmaceuticals ebenfalls seit Jahren. «Sie sind sehr offen bei der Darstellung ihrer Pläne», urteilt er und hält fest: «Sie haben auch immer geliefert.»

Trotzdem ist die Frage, wie Cosmo sich weiterentwickelt, nicht einfach zu beantworten. Neben der Ausweitung der Produktepalette hat die profitable Firma einige steuer- und finanzgetriebene Deals geschlossen. Bisher sehr erfolgreich. So fliessen in die Gewinnrechnung 2014 operative Gewinne von 22 Mio. € ein. Der grössere Teil des Profits in Höhe von 73 Mio. € stammt aber aus dem Verkauf einer Beteiligung.

Es gab auch Misserfolge zu verkraften: Der angestrebte Zusammenschluss mit dem US-Unternehmen Salix, welches in den USA den Vertrieb der Darm-Produkte übernehmen sollte, fiel 2014 ins Wasser. Nun muss Cosmo, das seinen Sitz selbst gerade nach Luxemburg verlegt hat, neue Lösungen finden.

Eine Verselbständigung der Sparte zur Behandlung von Darmerkrankungen mit Börsengang in den USA ist laut Ajani eine Option. Auch die Kooperation mit einem Vertriebspartner käme infrage. «Idealerweise finden wir mittelgrosse Partner, die uns mit Aktien an ihrer Entwicklung beteiligen», erklärt Tanner das Konzept. So würde Cosmo gern zu einer Art Beteiligungsgesellschaft werden, die aber am Produktionssitz Lainate permanent neue Ideen ausbrütet.

Ein erfolgreicher Börsengang von Cassiopeia (siehe Box) würde weitere Optionen eröffnen: Mit dem Geld könnte in den USA auch eine eigene Verkaufstruppe für den Gastrointestinal-Bereich aufgebaut werden. «Es gibt viele bewegliche Teile in den Plänen. Das macht die Einschätzung der kurzfristigen Aussichten schwierig», sagt Bob Pooler.

Andere Pharma-Analysten sind skeptischer: «Angesichts der vielen Optionen muss sich ein Investor fragen, was er in einem halben Jahr in der Hand hat», sagt ein Pharma-Analyst, der sich nicht namentlich zitieren lassen will. «Mir sind der Sitzwechsel aus Fusions- und Steuergründen, die Beteiligungen an Firmen und die Verkäufe dieser Beteiligungen sowie die Pläne für Börsengänge in den USA und der Schweiz zu komplex», sagt er.

Chris Tanner kennt diese Klage. «Zu unserer Idee mit den Partnerschaften, die uns über Aktien am Erfolg beteiligen, gibt es keine vergleichbaren Vorlagen», bestätigt er. «Aber das heisst deshalb ja nicht, dass es nicht gut funktionieren kann.»
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Re: Cosmo NZZ vom Sonntag

Beitragvon PizMedel » Mo Apr 06, 2015 9:48 am

Der zweitletzte Abschnitt ist typisch für unsere lieben Analysten. Wenn sie selber studieren müssen, was das Ziel oder Potential einer Strategie sein kann, sind sie verloren. Lieber haben sie es, wenn die Firma ihnen bis auf den letzten Rappen das Budget öffnet. Und dann brüsten sie sich nich für diese Abschreibübungen.

Absolut unfähige Katalysatoren für die Bankkommissionen sind das, welche zuallerletzt an das Wohl der Kunden denken, welche diese Empfehlungen umsetzen.

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Re: Cosmo NZZ vom Sonntag

Beitragvon Premium » Mo Apr 06, 2015 3:59 pm

PizMedel hat geschrieben:Der zweitletzte Abschnitt ist typisch für unsere lieben Analysten. Wenn sie selber studieren müssen, was das Ziel oder Potential einer Strategie sein kann, sind sie verloren. Lieber haben sie es, wenn die Firma ihnen bis auf den letzten Rappen das Budget öffnet. Und dann brüsten sie sich nich für diese Abschreibübungen.

Absolut unfähige Katalysatoren für die Bankkommissionen sind das, welche zuallerletzt an das Wohl der Kunden denken, welche diese Empfehlungen umsetzen.

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Schon traurig und solche Personen haben vielfach an Universitäten ,,studiert'', um dann solche Aussagen zu machen. Der Artikel von NZZ war nicht uninteressant, vor allem der erste Teil ist gut geschrieben, im zweiten Teil überschritt der Verfasser wohl sein Zeitpensum, daher keine Differenzierung & Infos wo SIC8000, Methylene steht und wann eine Zulassung möglich ist. KZ ist effektiv 215.-, nur sieht Jefferies da schon 245.- als neues Target (soweit Zulassungen folgen).

Das Down-Risiko dürfte sich im Sommer (Ende Juni) deutlich verringern, wenn SIC8000 zugelassen wird. Da stehen die Chancen bei >90%, m.E. bei über 95% da die nötigen Unterlagen bereits bei der FDA eingereicht wurden und Cosmo schon sehr überzogen ist, dass dieses Produkt auf den Markt kommt.

User ,,North'' hat nach der Veröffentlichung der Jahreszahlen einen sehr interessanten Bericht auf Cash.ch gepostet, leider hat er diesen dann wieder gelöscht (keine Ahnung warum). Gemäss seinen Informationen sind bei Methylene Blau auch die letzten Patienten schon getestet worden. SIC8000 Unterlagen wurden eingereicht (vor 24. März), daher werden wir bis Mitte Juni den Entscheid von der FDA erfahren. Auch hat North erwähnt, dass SIC8000 womöglich für andere Zwecke eingesetzt werden könnte, daher sind die Estimates von Cosmo mit einem sehr grossen Up-Potenzial verbunden. Details dazu sind mir nicht bekannt, er war wahrscheinlich an der Pressekonferenz von Cosmo?

Es wäre schön, wenn hier der eine oder andere Investor mal grosse Pakete kaufen würde. Ich schätze den freien Aktien Umlauf auf ca. 4 Mio Aktien, dann würden wird bald wieder Wochen, Monate mit +10-30% sehen.

Gruss
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Re: Cosmo NZZ vom Sonntag

Beitragvon juckern » Fr Apr 10, 2015 12:27 pm

Wäre schön wenn jetzt wieder der Trend nach oben geht :-)
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Re: Cosmo NZZ vom Sonntag

Beitragvon Premium » Fr Apr 10, 2015 1:12 pm

juckern hat geschrieben:Wäre schön wenn jetzt wieder der Trend nach oben geht :-)


Wenn nicht im April, dann in ein paar Monaten. Je länger der Seitwärtstrend anhält, desto stärker wird die Reaktion nach Norden ausfallen.

Valeant veröffentlicht Ende April die Q1 Resultate, daher folgt da evtl. ein erster Input zu Uceris (Q1) bzw. Information betr. Erwartungen in der nahen Zukunft.

SIC8000 Daten liegen bei der FDA, innert 90 Tagen folgt der Zulassungsentscheid (Mitte Juni). Manchmal geht es auch schneller, siehe Beispiel mit Santarus und nun mit Salix. Next will be Cosmo aber wohl nicht vor 2016 und auch nur Teilverkauf von Patenten.

Management und Hauptaktionär halten rund 50% von den Aktien und verkaufen seit Jahren kein einziges Stück, selbst bei Kursen über 180.- wurden keine Shares verkauft (Gemäss CEO Tanner verkauft lediglich ein Mitarbeiter ab und zu Anteile, welcher kurz vor Pension steht....)

Ich bin noch immer mit Klumpenrisiko long.
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Re: Cosmo NZZ vom Sonntag

Beitragvon juckern » Fr Apr 10, 2015 2:34 pm

super Danke für die Ausführungen, dann kann man getrost noch zukaufen.
heisst in ca. 1 Jahr gute 200.-
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Re: Cosmo NZZ vom Sonntag

Beitragvon juckern » Do Apr 16, 2015 1:29 pm

ups das Thema ist doppelt besetzt :oops:
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Re: Cosmo NZZ vom Sonntag

Beitragvon juckern » Do Apr 16, 2015 1:30 pm

ist schwierig zu finden und es wäre schön, wenn man diese "Hygroglyfen" Themen löschen könnte
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Re: Cosmo NZZ vom Sonntag

Beitragvon juckern » Fr Apr 17, 2015 12:56 pm

ist der COPN verfall nur wegen dem Griechenland Problem?
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Re: Cosmo NZZ vom Sonntag

Beitragvon Perestroika » Fr Apr 17, 2015 3:08 pm

Die Volumen sind in den letzten Tagen recht bescheiden. Bis die Zulassung für SIC8000 oder News zum IPO der Derma-Sparte kommt, geht wohl nicht sehr viel. Ev. "käpselt" hier Julius Bär ein wenig rum. Sie sind ja die einzigen die Calls auf Cosmo ausgegeben haben. Bis Ende Juni sollten die möglichst wertlos sein für JB.

Bewegungen 10 CHF up and down spielen hier so oder so keine Rolle. Wie auch die Cosmo-Führung mitgeteilt hat, ist das Jahr 2015 ein Übergangsjahr. Wenn ich mir vor Augen führe, was in den nächsten Monaten noch so alles ansteht:

- SIC8000 Zulassungsantrag in US am laufen / EU folgt
- Studie 3 Daten zu MB und Rifamycin
- IPO Derma-Sparte
- Lizenzdeals???

Zuschauen, zurücklehnen, ab 2017 ernten...

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